Am Samstag, 5. September 2026, fand auf der Festwiese am Seggeluchbecken das Interkulturelle Begegnungsfest im Märkischen Viertel statt. Eingeladen hatten die GESOBAU und das Büro für Partizipation und Integration des Bezirks Reinickendorf, unterstützt von weiteren Initiativen und Trägern aus dem Bezirk.









Schon um 14 Uhr begann das Programm. Auf der Bühne gab es Musik, Tanz und artistische Beiträge. Unter anderem trat eine Tanzgruppe des comX Jugendzentrums auf. Rund um die Festwiese standen Einrichtungen, Vereine, Projekte, Beratungsangebote und Essensstände. Es gab unter anderem Bratwurst, Pommes, Crêpes, Donuts, Suppe und frisch ausgebackene Teigkugeln
Das Fest musste sich nicht über große Attraktionen erklären. Es wurde getragen von dem, was auf der Festwiese tatsächlich passierte. Menschen kamen an, holten sich etwas zu essen, begleiteten ihre Kinder zu den Angeboten, blieben an Tischen stehen und kamen ins Gespräch.






Dann schlug das Wetter um. Wie schon im vergangenen Jahr setzte zwischendurch starker Regen ein. Die Menschen suchten Schutz unter Pavillons und Standdächern. An mehreren Ständen wurde zusammengerückt, weitergesprochen und gewartet. Das Fest kam dadurch nicht zum Stillstand. Die Begegnung verlagerte sich nur unter die Dächer. Wer dort stand, blieb nicht allein mit dem Regen, sondern kam ins Gespräch mit denen, die ebenfalls Schutz suchten.






Als der Regen nachließ und die Sonne wieder herauskam, füllte sich die Wiese erneut. Kinder gingen wieder zur Hüpfburg, zur Riesenrutsche und zum Kletterfelsen. An den Ständen wurden Gespräche fortgesetzt. Viele Besucherinnen und Besucher blieben bis zum frühen Abend.
Für Kinder gab es viele Möglichkeiten zum Mitmachen. Beim comX Jugendzentrum konnten sie Enten angeln. Beim Frauenzentrum Flotte Lotte wurden Masken gestaltet. Am Stand von MV kann Kunst konnten Kinder und Erwachsene auf einer großen gelben Fläche Gesichter zeichnen. Dort wurden auch Arbeiten aus dem Kunstraum im Märkischen Zentrum, die Zeitreise Ausstellung und unser Viertelreporterprojekt vorgestellt. Die Stadtteilbibliothek Reinickendorf war mit der Bib Bee vor Ort. Kinder konnten mit Klemmbausteinen ihr Märkisches Viertel bauen.






























Auch an anderen Ständen ging es ums Ausprobieren. Horizonte hatte ein Mitmachrad dabei, an dem Aufgaben standen wie Tiere nennen, ein Lied singen, auf einem Bein hüpfen oder einen Witz erzählen. Am Stand des Stadtteilzentrums Ribbeckhaus gab es unter anderem eine Fühlbox. Kinder konnten Gegenstände ertasten und erraten. Dabei zeigte sich etwas Interessantes. Manche kannten einen Gegenstand, fanden aber nicht sofort das Wort dafür. So wurde aus einem kleinen Spiel ein Gespräch über Dinge, die man im Alltag sieht, aber selten benennt.
Beim Teeangebot im Zusammenhang mit einem Projekt gegen Gewalt an Frauen konnten Besucherinnen und Besucher ihren eigenen Tee zusammenstellen. Die Zutaten standen für Begriffe wie Respekt, Unterstützung, Gleichberechtigung, Liebe oder Leidenschaft. So wurde eine Frage nach Beziehung nicht als Vortrag gestellt, sondern als Handlung am Tisch. Was gehört für dich dazu. Was soll stärker sein. Was soll nicht fehlen.

Vertreten waren außerdem das F.A.C.E. Familienzentrum, BENN im Märkischen Viertel, Salam e.V., das Elisabethstift, die Nachbarschaftsetage am Wilhelmsruher Damm 124, das Stadtteilzentrum Haus am See, das Förderprogramm Sozialer Zusammenhalt im Märkischen Viertel, die Nähwerkstatt der Albatros gGmbH, die Landesverkehrswacht Berlin, der TSV Berlin-Wittenau 1896 e.V. und einige mehr. Die Landesverkehrswacht zeigte, warum und wie Kinder im Auto richtig angeschnallt sein müssen. An einem weiteren Stand wurden Namen in arabischer Schrift geschrieben.






Das Begegnungsfest zeigte damit nicht nur ein Programm, sondern ein Netz aus vielen Angeboten. Beratung, Sport, Kultur, Stadtteilarbeit, Integration, Verkehrssicherheit, Essen und Kinderaktionen standen nicht getrennt voneinander, sondern auf derselben Wiese. Wer dort entlangging, konnte sehen, wie viele Stellen im Viertel ansprechbar sind.
Gerade deshalb blieb am Ende weniger der einzelne Programmpunkt im Kopf, sondern die Art, wie das Fest angenommen wurde. Selbst der Regen hat das nicht beendet, er hat enger zusammengeführt und sichtbar gemacht, dass Begegnung im Märkischen Viertel dann einfach unter einem Standdach weitergeht.
