U8 Verlängerung ins Märkische Viertel. Warum wir die aktuellen Angaben bisher nicht aufgegriffen haben

u8 u-bahn

Am Mittwoch hat ein Beitrag aus dem Tagesspiegel für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Auch Michael Dietmann hat in den Sozialen Netzwerken auf den Artikel des Tagesspiegel Bezug genommen. Die Rede ist von vier neuen Stationen und einem möglichen nächsten Schritt noch in diesem Jahr.

Viele von euch haben uns daraufhin gefragt, warum wir das Thema bei uns nicht aufgegriffen haben.

Der Grund ist: Wir halten die aktuelle Informationslage nicht für belastbar genug, um daraus einen eigenen Beitrag zu machen.

Es gibt zwar einen Artikel und eine Grafik, auf die sich derzeit viele beziehen. Der Beitrag ist jedoch nicht frei zugänglich. Das sehen wir kritisch. Bei einem Thema wie der U8 Verlängerung, das im Märkischen Viertel seit Jahrzehnten mit Hoffnungen verbunden ist, finden wir es problematisch, wenn Informationen hinter einer Bezahlschranke liegen. Für uns entsteht dabei der Eindruck, dass mit der Aufmerksamkeit rund um dieses Thema Klicks und Einnahmen erzeugt werden sollen. Wir finden, Beiträge zu solchen Fragen sollten für alle kostenlos zugänglich sein. Wenn wir das als kleine lokale Seite leisten können, sollte das auch für große Medienhäuser ein Anspruch sein. Natürlich muss jede Redaktion wirtschaftlich arbeiten. Trotzdem gibt es aus unserer Sicht auch andere Wege.

Hinzu kommt, dass sich die nun verbreitete Darstellung nicht mit dem deckt, was wir aus eigenen Gesprächen und Hinweisen zum Thema bislang wahrgenommen haben. Deshalb wollten wir die gezeigten Angaben zu möglichen Stationen und zum Streckenverlauf nicht ungeprüft übernehmen.

Wichtig ist uns auch die Einordnung des Tons. Durch die Art, wie das Thema aktuell dargestellt wird, kann der Eindruck entstehen, dass bereits konkrete Schritte unmittelbar bevorstehen. Genau dafür sehen wir derzeit keine gesicherte Grundlage.

Michael Dietmann beschäftigt sich seit vielen Jahren engagiert mit Themen aus dem Viertel und greift Dinge auf, die viele Menschen interessieren. Unser Punkt ist ein anderer. Es geht um den Umgang mit einem Thema, das im Märkischen Viertel seit Jahrzehnten immer wieder Erwartungen weckt.

Unsere eigene Umfrage zeigt, wie groß dieser Wunsch weiterhin ist. Rund 77 Prozent der Teilnehmenden sprechen sich für eine U Bahn Anbindung aus. Das ist keine Randposition, sondern ein klarer Wunsch vieler Menschen im Viertel.

Gerade deshalb halten wir Zurückhaltung für notwendig. In der Vergangenheit wurde die Verlängerung der U8 immer wieder angekündigt, diskutiert und neu in Aussicht gestellt, ohne dass daraus eine tatsächliche Umsetzung entstanden ist. Auch heute gibt es zwar offizielle Planungen und Untersuchungen. Was weiterhin fehlt, sind belastbare Aussagen zu einem Baubeginn und zur tatsächlichen Umsetzung.

Wir haben uns deshalb bewusst dagegen entschieden, diese Meldung bei uns zu verbreiten.

Lieber verzichten wir auf Aufmerksamkeit und Reichweite, als Erwartungen zu verstärken, die am Ende möglicherweise erneut enttäuscht werden.

Sobald es nachvollziehbare und gesicherte Entwicklungen gibt, berichten wir wie gewohnt, kostenlos und für alle zugänglich. Bis dahin bleibt für uns entscheidend, klar zwischen Planung und Umsetzung zu unterscheiden.

Ergänzung:

Im aktuellen Nahverkehrsplan des Berliner Senats wird die Verlängerung der U8 ins Märkische Viertel tatsächlich als Vorhaben benannt. Auch ein möglicher Streckenverlauf mit Stationen wie Dannenwalder Weg, Wesendorfer Straße und Senftenberger Ring wird dort skizziert. Gleichzeitig macht der Plan aber deutlich, dass verschiedene Varianten geprüft werden und die konkrete Trasse noch nicht festgelegt ist.


Die Beitragsgrafik ist eine künstlerische Darstellung

VonLux

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