Vögel im Märkischen Viertel

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Im Märkischen Viertel ist nicht nur zwischen den Häusern viel los. Zwischen Bäumen, Hecken, Wasserflächen und Grünzügen leben überraschend viele Tiere. Wer früh morgens unterwegs ist oder abends noch einmal rausgeht, merkt schnell, dass auch die Vogelwelt hier vielfältiger ist, als man im Alltag oft wahrnimmt. In dieser Rubrik sammeln wir nach und nach alle Vogelarten, die im Märkischen Viertel gesichtet und gemeldet wurden. Jede Art bekommt hier ihren eigenen Platz. Nicht als Liste zum Abhaken, sondern als kleines Nachschlagewerk aus dem Viertel für das Viertel. Mit Beobachtungen, Orten und dem, was man dazu wissen sollte.


Graureiher

Man sieht ihn im Märkischen Viertel regelmäßig an größeren Wasserflächen, an Teichen, Becken und entlang der Gräben. Oft steht er lange regungslos am Ufer oder auf Geländern und wartet. Sein graues Gefieder, der helle Hals mit dunklem Streifen und der langsame, bedachte Gang machen ihn unverwechselbar.

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Graureiher sind keine scheuen Waldvögel mehr, sie haben sich an die Stadt angepasst und nutzen ruhige Gewässer mitten im Wohngebiet. Meist sind sie allein unterwegs. Wenn man sie entdeckt, wirken sie wie Teil der Landschaft, fast unbeweglich. Erst beim Abflug merkt man, wie groß sie wirklich sind.


Mäusebussard

Auch Greifvögel gehören zur Vogelwelt im Märkischen Viertel. Auf diesem Leserfoto ist sehr wahrscheinlich ein Mäusebussard zu sehen. Er sitzt erhöht auf einer Kante und hält Ausschau. Typisch sind der kräftige Körperbau, das dunkelbraune Gefieder und der ruhige, wachsame Blick.

Mäusebussarde sind in Berlin keine Seltenheit. Sie nutzen Grünzüge, Brachen, Parkanlagen und die Randbereiche von Siedlungen als Jagdrevier. Von erhöhten Punkten aus beobachten sie ihre Umgebung und lassen sich bei Gelegenheit auch auf Gebäuden oder technischen Bauwerken nieder. Dass sie im Märkischen Viertel auftauchen, passt gut zur Mischung aus Grünflächen, offenen Bereichen und Rückzugsorten.

Ein sensibles Naturfoto von Leser Werner. Der Mäusebussard auf seiner Beute. So hart es wirkt, es ist Teil der Stadtnatur im Märkischen Viertel.

Eulen

Am Abend des 1.1.2026 ist am Seggeluchbecken eine Eule entdeckt worden. Jessica hat sie gegen 22.45 Uhr in einem Baum gesehen und fotografiert. Nach dem Jahreswechsel war die Umgebung noch laut, sie vermutet, dass die Knallerei das Tier verwirrt haben könnte.

Am Seggeluchbecken, aufgenommen am 1.1.2026 gegen 22.45 Uhr. Foto: Tatsaechlich Jessica.

Auf dem Foto ist sehr wahrscheinlich eine Waldohreule ein oder Waldkauz zu sehen. Das Leuchten in den Augen wirkt im Dunkeln auffällig, entsteht aber meist durch Blitz oder starkes Licht und ist bei Eulen normal. Dass so ein Tier hier auftaucht, passt gut zur Gegend. Rund um das Märkische Viertel gibt es viele Bäume und ruhige Ecken, dazu in der Nähe größere Rückzugsräume. Sie sind in Berlin verbreitet, nur bleibt es meist beim Hören statt beim Sehen, weil sie überwiegend in der Dämmerung und nachts aktiv sind.

Am besten Abstand halten nicht anleuchten, nicht verfolgen, keine Geräusche machen. Dann kann es sich orientieren und weiterziehen. Solche Begegnungen sind eine stille Erinnerung daran, dass das Märkische Viertel auch Lebensraum ist. Man bekommt ihn nicht jeden Tag zu Gesicht, aber er ist da.

Eule in einem Baum am Seggeluchbecken, aufgenommen am 1.1.2026 gegen 22.45 Uhr. Foto: Tatsaechlich Jessica.

Stadttauben

Sie gehören zum Straßenbild wie Häuser, Wege und Haltestellen. Stadttauben. Oft gesehen, selten bewusst wahrgenommen. Auch im Märkischen Viertel leben sie zwischen Wohnblöcken, Einkaufszentren und Grünflächen. Nicht aus Zufall, sondern weil unsere Bauweise ihren ursprünglichen Lebensräumen ähnelt.

Stadttauben sind keine Wildvögel im klassischen Sinn. Sie stammen von gezüchteten Haustauben ab, die der Mensch über Jahrhunderte genutzt und später sich selbst überlassen hat. Heute leben sie in unseren Städten, angepasst an Bedingungen, die wir geschaffen haben. Sie sind ortstreu, sozial und auf Nähe angewiesen. Eigenschaften, die man erkennt, wenn man sie einen Moment länger beobachtet.

Die Aufnahme zeigt Tauben beim Baden in einer Pfütze. Sie stehen dicht beieinander, putzen ihr Gefieder, warten aufeinander. Das Bild widerspricht vielen gängigen Vorurteilen. Tauben suchen Sauberkeit. Sie pflegen sich regelmäßig und nutzen jede Möglichkeit, Wasser zu finden. Dass sie dafür oft Pfützen nutzen müssen, sagt mehr über ihre Lebensumstände als über die Tiere selbst.

Im Märkischen Viertel begegnet man ihnen an vielen Orten. Am Märkischen Zentrum, an Haltestellen, auf Plätzen und Wegen. Sie sind Teil des Viertels, auch wenn sie nicht immer willkommen sind. Ihr Verhalten zeigt, wie sehr sie auf Strukturen angewiesen sind, die Rücksicht nehmen. Feste Aufenthaltsorte, Ruhe und saubere Bedingungen würden nicht nur den Tieren helfen, sondern auch den Alltag im Viertel entspannen.

Wer genauer hinsieht, erkennt in den Stadttauben keine Plage, sondern Mitbewohner. Tiere mit Bedürfnissen, Routinen und sozialem Verhalten. Sie sind kein Randthema, sondern ein Spiegel dafür, wie wir mit Lebewesen umgehen, die wir selbst in unsere Nähe gebracht haben.

Für eine ausführlichere Einordnung, Hintergründe zur Herkunft der Stadttauben und mögliche Lösungen im Umgang mit ihnen findest du hier weitere Informationen:
https://blog.hiergehts.app/die-wahrheit-ueber-stadttauben-einblicke-die-deine-meinung-aendern-sollten-20224/


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