Am Wilhelmsruher Damm gibt es neue Pläne für die Heidekrautbahn. Der Bahnübergang soll künftig zwei Gleise bekommen, ebenso der geplante Bahnhof Rosenthal. Das geht aus offiziellen Unterlagen vom Mai 2026 hervor. Doch während die Planungen weitergehen, bleibt eine wichtige Frage offen: Wann fahren endlich wieder Züge auf der alten Stammstrecke?
Zwei Gleise statt einem am Wilhelmsruher Damm
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft den Bereich direkt am Märkischen Viertel. Der geplante Bahnhof Rosenthal soll nun zwei Gleise statt eines bekommen. Deshalb wird auch der Bahnübergang am Wilhelmsruher Damm zweigleisig geplant.
Das steht ausdrücklich in der amtlichen Bekanntmachung vom 15. Mai 2026, auf Seite 1206. Wichtig ist dabei: Die Änderung betrifft den Bahnübergang und den Bahnhof, nicht einen vollständigen zweigleisigen Ausbau der Stammstrecke.
Der neue Bahnhof Rosenthal ist nördlich des Wilhelmsruher Damms zwischen diesem und der Quickborner Straße vorgesehen. Er soll also nicht am früheren Bahnhofsstandort nördlich der Quickborner Straße entstehen. Ein Zugang zum Wilhelmsruher Damm war bereits in den bisherigen Planungen vorgesehen, wie aus einer Antwort des Berliner Senats von 2022 hervorgeht. Die überarbeitete Gestaltung muss allerdings noch genehmigt werden.
Warum verzögert sich die Heidekrautbahn immer weiter?
Die größten Hindernisse liegen bei den Genehmigungsverfahren. Nach der öffentlichen Auslegung der ursprünglichen Pläne im Jahr 2022 gingen zahlreiche Einwendungen und Stellungnahmen ein. Anschließend musste die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) ihre Planungen umfassend überarbeiten.
Betroffen waren unter anderem der Lärmschutz, neue Umwelt- und Naturschutzgutachten, die Entwässerung sowie ein Brand- und Katastrophenschutzkonzept. Hinzu kamen Änderungen an Bahnhöfen und Gleisanlagen.
Deshalb wurden die überarbeiteten Unterlagen für den Berliner Streckenabschnitt im Mai 2026 erneut öffentlich ausgelegt. Einwendungen waren bis zum 5. August möglich. Für Brandenburg war eine weitere Auslegung zuletzt für Ende 2026 vorgesehen.
Solange die zuständigen Behörden die erforderlichen Planfeststellungsbeschlüsse nicht erteilt haben, kann die eigentliche Strecke nicht umfassend ausgebaut werden.


In Wilhelmsruh wird gebaut, aber wann fahren die Züge?
Am S-Bahnhof Berlin-Wilhelmsruh ist bereits viel passiert. Dort entsteht ein neuer Regionalbahnsteig, der im Sommer 2026 schon weit fortgeschritten war. Doch damit die Heidekrautbahn dort tatsächlich halten kann, muss auch die rund 14 Kilometer lange Stammstrecke bis zum Anschluss bei Schönwalde wiederhergestellt werden.
Ursprünglich war die Wiederinbetriebnahme für Ende 2023 vorgesehen, später für Ende 2024. Noch im Dezember 2025 nannte die Bundesregierung das Jahr 2028 als geplanten Termin. Inzwischen gibt es jedoch keine verbindliche Angabe mehr.
Neben den ausstehenden Genehmigungen ist auch die Finanzierung noch nicht abschließend gesichert. Das Infrastrukturprojekt i2030 verweist zudem auf die ungewisse Dauer der Verfahren und die Verfügbarkeit von Baufirmen.
NEB-Pressesprecher Holger Reimann erklärte im August gegenüber der Reinickendorfer Zeitung, dass der Anschluss des neuen Bahnhofs noch Jahre dauern könne.
Ein Abbruch des Vorhabens ist nicht bekannt. Die Planungen laufen weiter, allerdings ohne gesicherten Termin für die Wiederinbetriebnahme.
Was bedeutet das für das Märkische Viertel?
In einer ersten Betriebsstufe sollen Züge zwischen Berlin-Wilhelmsruh und Basdorf im Stundentakt fahren. Vorgesehen sind unter anderem Halte in PankowPark, Rosenthal, Blankenfelde und Schildow.
Langfristig ist eine Weiterführung bis Berlin-Gesundbrunnen im Halbstundentakt geplant. Auch diese Verbindung ist noch nicht abschließend gesichert.
Über die Entwicklung haben wir bereits mehrfach berichtet. Im April 2024 erschien „Auf den Schienen der Zeit: Die Traum und Realität der Heidekrautbahn“. Es folgten Karins „Heidekrautbahn-Update“ vom Juni 2025 und „Licht am Horizont für die Heidekrautbahn“ vom Oktober 2025.
Die Heidekrautbahn ist also weiterhin geplant, doch aus den angekündigten Eröffnungsterminen ist eine ungewisse Zukunft geworden. Für die Menschen, die seit Jahren auf diese Verbindung warten, zählt am Ende nicht, wann ein neuer Termin versprochen wird, sondern wann tatsächlich wieder ein Zug fährt.
