Netto am Wilhelmsruher Damm soll schließen | Was bisher bekannt ist

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Der Netto-Supermarkt am Wilhelmsruher Damm 13, direkt an der Grenze zum Märkischen Viertel, soll am 28. November 2026 schließen. Das teilten uns Mitarbeiter des Geschäfts am 7. November mit. Als Grund nannten sie ein bevorstehendes Neubauvorhaben. Unabhängig davon finden sich in öffentlichen Unterlagen bereits seit mehreren Jahren Wohnungsbaupläne für diese Adresse.

Bereits 2016 waren neue Wohnungen vorgesehen

Das Grundstück am Wilhelmsruher Damm 13 und 15 liegt im Berliner Ortsteil Rosenthal und gehört damit zum Bezirk Pankow.

Schon im April 2016 tauchte die Adresse in einer offiziellen Übersicht der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU auf. Damals waren 38 Wohnungen mit insgesamt 2.739 Quadratmetern Wohnfläche vorgesehen.

Nachlesen lässt sich das in der Drucksache 17/18416 des Berliner Abgeordnetenhauses, auf Seite 4 unter der laufenden Nummer 29.

Das Vorhaben gehörte damals zu einer Reihe von Projekten, die eine Realisierungsperspektive bis zum Jahr 2020 hatten. Weshalb die Planungen an dieser Stelle bislang nicht umgesetzt wurden, geht aus den Unterlagen nicht hervor.

2025 wurden die Planungen konkreter

Am 16. Mai 2025 veröffentlichte die GESOBAU eine öffentliche Ausschreibung für Architektur- und Ingenieurleistungen.

Unter der Projektbezeichnung WHG 1590 wird darin das Grundstück Wilhelmsruher Damm 13 und 15 genannt. Laut Ausschreibung sind ungefähr 44 Wohnungen in zehn bis zwölf Gebäuden vorgesehen.

Die Planungen wurden inzwischen weiterverfolgt. Das bestätigt auch ein öffentlicher Bericht des Bezirksamts Pankow.

Bei einer Abstimmung zwischen dem Bezirksamt und der GESOBAU am 10. November 2025 wurde das Vorhaben ausdrücklich als Projekt in Planung aufgeführt. Zu diesem Zeitpunkt war bereits ein Generalplaner beauftragt worden.

Ein konkreter Baubeginn oder Fertigstellungstermin ist aus den eingesehenen Veröffentlichungen nicht ersichtlich.

Was bedeutet das für den Netto?

Die Adresse stimmt mit derjenigen überein, die in den Wohnungsbauunterlagen genannt wird. Ob sich die Auskunft der Mitarbeiter unmittelbar auf das dokumentierte Vorhaben der GESOBAU bezieht, ist allerdings noch nicht offiziell bestätigt.

Auch lässt sich aus den verfügbaren Unterlagen nicht erkennen, welche Grundstücksteile genau bebaut werden sollen. Ob das bestehende Marktgebäude einem Neubau weichen muss oder weitere Flächen genutzt werden, bleibt daher offen.

Ebenso gibt es bislang keine gesicherten Angaben dazu, ob die vorgesehenen Wohnungen später vermietet oder als Eigentumswohnungen angeboten werden sollen.

Die angekündigte Schließung am 28. November beruht auf Auskünften der Mitarbeiter. Eine schriftliche Bestätigung der Netto-Unternehmensleitung liegt unserer Redaktion bislang nicht vor.

Veränderungen gehören zur Geschichte eines Stadtteils. Manchmal werden sie über viele Jahre vorbereitet, während ihre Auswirkungen auf den Alltag erst unmittelbar vor Ort sichtbar werden. Umso wichtiger ist es, solche Entwicklungen anhand nachvollziehbarer Informationen zu begleiten und zwischen bestehenden Plänen und tatsächlichen Entscheidungen zu unterscheiden.

Stand der Recherche: 7. November 2026. Die Information zur angekündigten Schließung stammt aus einem persönlichen Gespräch mit Mitarbeiter des Netto-Marktes. Die Angaben zum Wohnungsbau beruhen auf den verlinkten öffentlichen Dokumenten. Weitere Einzelheiten sind bislang nicht bestätigt.

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