Viele von euch fragen uns bis heute, was aus dem Brunnen geworden ist, der jahrzehntelang auf dem Brunnenplatz im Märkischen Zentrum stand. Für viele war er kein beliebiges Bauwerk. Er war Treffpunkt, Orientierung und eines der stärksten Symbole des alten Zentrums.
Wir wollten uns nicht damit abfinden, dass seine Spur am Bauzaun endet. Nach längerer Recherche fanden wir den alten Katalogeintrag eines Hofes für historische Bauelemente in Brandenburg. Dort waren die stark beschädigten Teile eines großen Schalenbrunnens angeboten worden.
Zunächst ging die Firma davon aus, dass der Brunnen aus Tegel stammte. Doch der vergleichbare Brunnen in Tegel steht noch immer an seinem Platz. Wir verglichen deshalb die Katalogbilder sorgfältig mit unseren eigenen Aufnahmen aus dem Märkischen Zentrum. Form, einzelne Bauteile, Einkerbungen und sichtbare Schäden stimmten überein.
Damit wissen wir heute: Der Brunnen wurde beim Abbau zwar schwer beschädigt, aber nicht vollständig zerstört. Seine erhaltenen Teile lagerten eine Zeit lang in Brandenburg und wurden dort zum Verkauf angeboten.

Quelle: Hof für historische Bauelemente

Quelle: Hof für historische Bauelemente
Wir wollten versuchen, den Brunnen zurückzukaufen, Unterstützung zu suchen und prüfen zu lassen, wie seine Restaurierung, der Transport und eine mögliche Rückkehr ins Märkische Viertel finanziert werden könnten.
Doch unsere Suche kam zu spät.
Der Brunnen war bereits verkauft worden. Nach Auskunft des Hofes wurde er an eine Privatperson in die Schweiz geliefert und dort liebevoll restauriert. Er steht also wieder. Nur leider nicht mehr hier bei uns.
Wo genau er sich heute befindet und wem er gehört, darf aus Datenschutzgründen nicht mitgeteilt werden. Auch aktuelle Fotos liegen uns bislang nicht vor. Vielleicht erreicht dieser Beitrag eines Tages die richtige Person. Vielleicht erkennt jemand den Brunnen in der Schweiz wieder oder die Person, die ihm ein neues Zuhause gegeben hat, meldet sich bei uns. Schon ein einziges aktuelles Foto würde vielen Menschen im Viertel zeigen, dass ein Stück ihrer Vergangenheit tatsächlich weiterlebt.
Irgendwo in der Schweiz steht er wieder aufgerichtet und restauriert. Manchmal findet man etwas Verlorenes wieder und muss trotzdem begreifen, dass man es nicht mehr nach Hause holen kann. Doch solange wir uns an ihn erinnern, bleibt ein Teil von ihm im Märkischen Viertel.
Unser herzlicher Dank gilt dem Hof für historische Bauelemente und seinem Team, das unsere Recherche mit Zeit, Offenheit und hilfreichen Informationen unterstützt und so entscheidend dazu beigetragen hat, uns einige wichtige Fragen zu beantworten.







