Immer mal wieder erreichen uns Nachrichten von verunsicherten Menschen aus dem Viertel. Sie berichten von fremden Personen an der Haustür, oft in Uniform, mit Ausweisen um den Hals, mit Klemmbrett oder Tablet in der Hand. Angeblich im Auftrag von Strom-, Gas- oder Internetanbietern. Doch nicht immer stecken dahinter echte Dienstleister. Manchmal sind es Drücker, manchmal dreister: Betrüger.
Die Masche ist oft dieselbe. Es wird behauptet, man habe doch Post bekommen, man müsse jetzt etwas überprüfen oder unterschreiben. Die Sprache ist bestimmend, der Auftritt einschüchternd. In einigen Fällen versuchen sich diese Personen sogar Zugang zur Wohnung zu verschaffen, etwa mit dem Vorwand, sie müssten an die Stromzähler.
Was kann man tun?
Hier ein paar Hinweise, wie du dich schützen kannst:
- Tür zu lassen ist erlaubt. Niemand ist verpflichtet, die Tür zu öffnen, erst recht nicht, wenn der Besuch unangekündigt kommt.
- Immer nach dem Ausweis fragen. Und ruhig auch mal bei der Firma oder Behörde anrufen, die angeblich dahintersteht. Echte Mitarbeitende haben damit kein Problem.
- Keine Daten rausgeben. Vertragsnummern, Kundendaten oder Zählerstände gehen niemanden etwas an, der nicht klar als seriös erkennbar ist.
- Dringlichkeit hinterfragen. Wer behauptet, „das müsse jetzt sofort entschieden werden“, arbeitet mit Druck – und das ist kein Zeichen für Seriosität.
- Nachbarn informieren. Wenn du dir unsicher bist oder ein mulmiges Gefühl hast: Erzähl es weiter. In einem Haus, wo Leute aufeinander achten, haben Betrüger kaum eine Chance.
- Im Zweifel: Polizei verständigen. Wer sich aggressiv verhält, täuscht oder sich nicht abwimmeln lässt, gehört gemeldet. Die 110 darf in solchen Fällen angerufen werden.
Echte Dienstleister kündigen ihren Besuch in der Regel schriftlich an, niemals spontan. Die Gesobau selbst arbeitet nicht mit Vertreter*innen an der Haustür zusammen. Auch Strom- oder Netzbetreiber wie die Stromnetz Berlin GmbH betreten keine Wohnungen unangekündigt.
Wir danken den Menschen, die uns offen von ihren Erfahrungen berichten. Hier zwei Nachrichten aus dem Viertel, die uns zuletzt erreichten:
„Heute war schon das zweite Mal diese Woche irgendein Drücker vom Telefon-Internetanbieter im Haus und verunsichert die Leute! Seine ersten Worte sind immer: ‚Sie haben doch ein Schreiben von der Gesobau bekommen!‘ Habe ich ihm geantwortet, dass ich mich selber darum kümmere und keine Drücker dazu brauche mit dubiosen Aufträgen! Senftenberger Ring zur Zeit. Könnt ihr mal veröffentlichen und sagen, wie sich die Leute verhalten sollen!“
– Leserin Moni
„Hallo Lux, hier laufen zwei recht einschüchternde in Uniform durch das gerade 76 und wollen an die Stromuhren ran. Sie waren mehr als aufdringlich. Haben eine Uniform an mit Schildchen dran. Hatte schon überlegt, ob ich die 110 anrufen soll. Frech wie sonst was. Ich hab bei der Netzagentur nachgefragt: Es sind Betrüger. Sie lassen sich nur schwer abwimmeln, bitte warne mal die anderen davor.“
– Leser Burkhard
Was an der Tür geschieht, betrifft unser Gefühl von Sicherheit, unsere Privatsphäre und unser Zuhause. Der Schutz beginnt damit, sich gegenseitig zu informieren, achtsam, ruhig und entschlossen. Und mit dem Wissen, dass es immer in Ordnung ist, Nein zu sagen. Auch und gerade vor der eigenen Tür.
Wichtig zu Wissen! Man hat bei „Haustürverträgen“ immer ein Widerspruchsrecht von 14 Tagen. Vorallem für Menschen bedeutsam, die ältere, eventuell demente, Angehörige betreuen.